{"id":1546,"date":"2020-10-01T16:57:54","date_gmt":"2020-10-01T14:57:54","guid":{"rendered":"http:\/\/test.kramerdesign.net\/?p=1546"},"modified":"2021-03-04T14:59:37","modified_gmt":"2021-03-04T13:59:37","slug":"nachhaltige-erfindungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/?p=1546","title":{"rendered":"Nachhaltige Erfindungen"},"content":{"rendered":"\n<p>Andreas Kramer, Professor an der Hochschule f\u00fcr K\u00fcnste, entwickelt Produkte \u2013 unter anderem aus Popcorn<\/p>\n\n\n\n<p>Beitrag im Weser Kurier vom 1. Oktober 2020 <br>von Maurice Arndt<\/p>\n\n\n\n<p>Bremen. Mal salzig, mal s\u00fc\u00df \u2013 und oft in Verbindung<br> mit einem Blockbuster serviert. Klare<br> Sache: Hier handelt es sich um Popcorn. Doch<br> keine dieser Eigenschaften interessiert Andreas<br> Kramer bei seiner Arbeit. Seit 2001 ist er<br> Professor f\u00fcr Produktdesign und computergest\u00fctzte<br> Konstruktionen im Fachbereich<br> Kunst und Design an der Hochschule f\u00fcr<br> K\u00fcnste (HfK). Dort konstruiert er zusammen<br> mit Studierenden unter anderem M\u00f6bel aus<br> der Nascherei.<br> Wie es dazu kam? \u201eIn meinem Lehrgebiet<br> arbeite ich immer wieder mit verschiedenen<br> Kooperationspartnern und Materialien\u201c, erkl\u00e4rt<br> der Professor. \u201eUnd Klimawandel oder<br> \u00dcberbev\u00f6lkerung sind einfach die Themen der<br> Zeit und der Generation, f\u00fcr die ich lehre.\u201c Er<br> wolle den Studierenden vermitteln, wie man<br> nachhaltige Gegenst\u00e4nde konstruiere. Das<br> ginge unter anderem \u00fcber Qualit\u00e4t, Multifunktionalit\u00e4t<br> oder Material \u2013 wie eben Popcorn.<br> \u201eEs ist relativ \u00e4hnlich zu Styropor, nur<br> eben rein biologisch\u201c, erkl\u00e4rt Kramer. Entwickelt<br> wurde der Werkstoff am <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"B\u00fcsgen-Institut\n in G\u00f6ttingen (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.uni-goettingen.de\/de\/72110.html\" target=\"_blank\">B\u00fcsgen-Institut<br> in G\u00f6ttingen<\/a>. Dort wird der Mais zun\u00e4chst<br> in einer gro\u00dfen Maschine aufgepoppt und anschlie\u00dfend<br> in geschredderter Form zusammen<br> mit einem Bindemittel in quadratische<br> Platten gepresst. \u201eDas Material ist sehr<br> leicht, kompostierbar und schwerer entflammbar<br> als Styropor. Zudem ist es nicht giftig\u201c,<br> sagt der Professor. Einzig: \u201eDa es weder<br> gesalzen noch gezuckert ist, schmeckt es<br> nicht.\u201c<br> Doch Mais steht als Rohstoff auch in der<br> Kritik: Es werde zu viel von ihm angebaut und<br> die Monokulturen w\u00fcrden die \u00c4cker auslaugen.<br> Die Pflanze wird unter anderem als Tierfutter<br> und f\u00fcr Biogasanlagen genutzt. Warum<br> also einen weiteren Grund f\u00fcr den Maisanbau<br> unterst\u00fctzen? \u201eDie gleiche Frage k\u00f6nnte man<br> f\u00fcr alle nachwachsenden Rohstoffe stellen\u201c,<br> meint Kramer. Holz etwa w\u00fcrde zumindest<br> ebenfalls Fl\u00e4chen beanspruchen, auf denen<br> man auch Nahrungsmittel anbauen k\u00f6nnte.<br> \u201eUnd \u00fcberhaupt: Einerseits fordern alle Bio\u00f6konomie,<br> andererseits muss man dann aber<br> auch bereit sein, daf\u00fcr Fl\u00e4chen abzugeben.\u201c<br> Ideen kommen in der Badewanne<br> Nutzbar ist der Mais unter anderem als<br> D\u00e4mmmaterial oder eben f\u00fcr M\u00f6bel. Stellvertretend<br> daf\u00fcr stehen zwei Hocker, die aktuell<br> auf der <a href=\"https:\/\/ms-wissenschaft.de\/de\/ausstellung\/rundgang\/#accordion-shipplan-heading-19\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"MS Wissenscha (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">MS Wissenscha<\/a><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"MS Wissenschaft (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/ms-wissenschaft.de\/de\/\" target=\"_blank\">ft<\/a> \u2013 einer schwimmenden<br> Ausstellungsfl\u00e4che, die durch Deutschland<br> reist \u2013 zu sehen sind. Passend zum Thema<br> der diesj\u00e4hrigen Ausstellung Bio\u00f6konomie.<br> \u201eDas sind unsere ersten Prototypen. Sie haben<br> einen runden Eisensockel und k\u00f6nnen praktisch<br> nicht umfallen\u201c, sagt Kramer. Von Bord<br> fallen d\u00fcrften die Hocker auch nicht: Sie sind<br> nicht wasserfest. Zwar seien sie mit einem<br> Schutzfilm aus Epoxidharz \u00fcberzogen, der vor<br> Spritzwasser sch\u00fctzte. Generell vertr\u00e4gt sich<br> das Material aber nicht mit Wasser. \u201eGartenm\u00f6bel<br> aus Popcorn w\u00e4ren keine gute Idee\u201c,<br> meint der Designer.<br> Zu Indoor-M\u00f6beln wird es trotz der Prototypen<br> allerdings auch nicht kommen \u2013 zumindest<br> nicht in der n\u00e4heren Zukunft. Da die Hocker,<br> ebenso wie einige andere Entw\u00fcrfe, im<br> Rahmen der Vorlesung entstanden sind, ist<br> das Thema vorerst abgehackt. \u201eIm n\u00e4chsten<br> Jahrgang widme ich mich wieder einem anderen<br> Projekt\u201c, sagt Kramer.<br> Und davon hat er einige. Auf seinem<br> Schreibtisch pr\u00e4sentiert er etwa einen <a href=\"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/?p=1342\">gr\u00f6\u00dfenverstellbaren<br> Kerzenhalter<\/a> oder eine <a href=\"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/?p=820\">runde<br> Obstschale<\/a>, die kurzerhand zu einer Schale in<br> Schlangenform umgebaut werden kann. Gemein<br> haben fast alle Konstruktionen, dass sie<br> multifunktional sind \u2013 und, dass sie aus dem<br> 3D-Drucker kommen. Die meisten der von<br> ihm designten Gegenst\u00e4nde, die in seinem<br> B\u00fcro lagern, sind Prototypen oder Muster. Zur<br> Marktreife schaffen es bei weitem nicht alle.<br> Die Ankensteine beispielsweise \u2013 <a href=\"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/?p=616\">Baukl\u00f6tze<br> zum selber herstellen<\/a> \u2013 sind so ein Fall. Zwar<br> finden sich die geometrischen Formen der<br><a href=\"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/?p=1375\"> Kl\u00f6tze nun im Popcorn-Material<\/a> wieder. Doch<br> kaufen kann man das Spielzeug nicht.<br> Andreas Kramer sieht sich selbst als Erfinder.<br> Ideen f\u00fcr seine Projekte findet er \u00fcber verschiedene<br> Wege. \u201eManchmal kommen mir<br> einfach so Badewannenideen. Wobei diese<br> Geistesblitze eher die Ausnahme sind\u201c, sagt<br> der Designer. Viele Einf\u00e4lle k\u00e4men aus der<br> eigenen Erfahrung. Die <a href=\"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/?p=616\">Baukl\u00f6tze zum selber<br> bauen<\/a>, habe er sich etwa als Kind selbst einmal<br> gew\u00fcnscht. \u201eBeim Spielen fehlte mir oft<br> nur ein einziger, bestimmter Klotz.\u201c Andere<br> Dinge w\u00fcrde er schlicht im allt\u00e4glichen Leben<br> vermissen. Dazu kommen Auftragsarbeiten<br> und Einf\u00e4lle von seinen Studenten.<br> \u201eNat\u00fcrlich klaue ich keine Ideen\u201c, betont er.<br> Doch der Austausch mit seinen Lehrlingen<br> oder deren Herangehensweise an Aufgabenstellungen<br> bringe ihn selbst immer wieder auf<br> neue Ans\u00e4tze. Die Vielf\u00e4ltigkeit reizt ihn.<br> \u201eWenn ich sehe, wie meine Studenten etwas<br> konstruieren \u2013 da kribbelt\u2018s immer etwas. Ich<br> bekomme dann selbst Lust etwas zu bauen.\u201c<br> Er habe schon immer Dinge entworfen,<br> meint Kramer. \u201eIch wollte lange Architekt<br> werden, doch das war mir nicht kreativ genug.\u201c<br> Das erste Produkt, auf das er stolz war,<br> entwarf er im zweiten Semester seines Bachelor-<br> Studiums Industriedesign: <a href=\"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/?p=859\">\u201eCompact<br> Chess\u201c<\/a>. Ein aufrollbares Schachspiel auf<br> einem Ledertuch, das auch als Tischset<br> dient. Wichtig ist f\u00fcr ihn, damals wie heute:<br> Es sollte m\u00f6glichst multifunktional sein<br> und die Funktion muss im Vordergrund stehen.<br> Dann kann es auch Popcorn sein.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/10_01_2020_WK_Kramer_Popcorn_Foto-002.pdf\">Artikel als PDF<\/a><a href=\"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/10_01_2020_WK_Kramer_Popcorn_Foto-002.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/deutschland-welt\/deutschland-welt-kultur_artikel,-nachhaltige-erfindungen-_arid,1936694.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Link zum Online Artikel (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Link zum Online Artikel<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andreas Kramer, Professor an der Hochschule f\u00fcr K\u00fcnste, entwickelt Produkte \u2013 unter anderem aus Popcorn Beitrag im Weser Kurier vom 1. 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