{"id":241,"date":"2016-12-27T15:17:18","date_gmt":"2016-12-27T15:17:18","guid":{"rendered":"http:\/\/test.kramerdesign.net\/?p=241"},"modified":"2023-01-11T08:09:50","modified_gmt":"2023-01-11T07:09:50","slug":"leichtbau-fuer-die-luetten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/?p=241","title":{"rendered":"Leichtbau f\u00fcr die L\u00fctten"},"content":{"rendered":"<h3>Von der Forschung zum Produkt (1)<\/h3>\n<p>Weser Kurier<br \/>\n27.12.2016, von Carolin Henkenberens<\/p>\n<p>Bremer Wissenschaftler, Designer und Ingenieure haben einen Bollerwagen aus\u00a0 Hightech-Material entwickelt. Es ist ein Beispiel, wie Austausch\u00a0 zwischen Forschung und Wirtschaft funktioniert.<\/p>\n<p>Organoblech ist\u00a0 ein Werkstoff der Zukunft. Einer, der normalerweise in der Luft- und Raumfahrt, in Flugzeugtr\u00e4gern, Schutzhelmen oder Fu\u00dfballschuhen verbaut ist. Das Material ist leicht und zugleich stabil. Was aus dem Hightech-Material noch werden kann, zeigt eine Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft aus Bremen: ein Bollerwagen.<\/p>\n<p>Auf\u00a0 kleiner Ebene ausprobieren, was auf gro\u00dfer Ebene mal m\u00f6glich sein soll: Das war die Idee, als sich im Winter vor vier Jahren eine Arbeitsgruppe\u00a0 um Daimler in Bremen traf. Denn auch die Automobilindustrie erforscht,\u00a0 inwiefern Organoblech Bauteile aus Stahl oder Aluminium ersetzen k\u00f6nnte. Autos w\u00e4ren damit um einiges leichter und k\u00f6nnten umweltfreundlicher\u00a0 fahren.<\/p>\n<p>Als es losging, konnte sich noch niemand der Beteiligten\u00a0 vorstellen, was dabei herauskommen wird, erz\u00e4hlen die Beteiligten. Das\u00a0 sind neben Ingenieuren von Mercedes-Benz Forscher vom Faserinstitut, Studierende der Hochschule f\u00fcr K\u00fcnste und Mitarbeiter des Martinshofs.<\/p>\n<p>\u201cF\u00fcr soziale Zwecke wollten wir ein Produkt aus dem innovativen\u00a0 Material Organoblech entwickeln\u201d, erkl\u00e4rt Christian Hessling die Idee.\u00a0 Hessling arbeitet als Prozessingenieur im Bereich Leichtbau bei\u00a0 Mercedes. Das Unternehmen lud die Studierenden zu einem Workshop ein. Es sollte etwas erfunden werden, das von Menschen mit Behinderung beim Martinshof montiert und vertrieben werden kann.<\/p>\n<p>Da beim Martinshof bereits M\u00f6bel f\u00fcr Kitas hergestellt werden, sei die Wahl schnell auf ein Produkt f\u00fcr Kinder gefallen, sagt Hessling.\u00a0 \u201cAm Anfang dachten wir an einen Stuhl\u201d, sagt Andreas Kramer von der Hochschule f\u00fcr K\u00fcnste. Er leitet den Masterstudiengang Material und Technologie, aus dem die\u00a0 Teilnehmer stammten. Kramers Studentengruppen arbeiten oft mit\u00a0 Unternehmen zusammen, um praktische Erfahrung im Produktdesign zu sammeln. Aus allen Entw\u00fcrfen sei letztlich der Handziehwagen ausgew\u00e4hlt worden. Der Projektname sollte \u201cSmarty\u201d sein &#8211; angelehnt an das englische Wort f\u00fcr \u201cclever\u201d.<\/p>\n<p><b>&#8222;Wie gro\u00df sind Kinder in dem Alter eigentlich?&#8220;<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>Denn der Bollerwagen ist kein gew\u00f6hnlicher. \u201cDurch den neuen Werkstoff Organoblech grenzt sich unser Wagen extrem von \u00fcblichen Bollerwagen ab\u201d, sagt Christoph Hoffmeister, Vorstand des Faserinstituts. Das private Forschungsinstitut ist an die Universit\u00e4t sowie an die Baumwollb\u00f6rse\u00a0 angedockt und besch\u00e4ftigt sich neben der Erforschung von chemischen und nat\u00fcrlichen Fasern auch mit Faserverbund-Technologien wie Organoblech. Organoblech ist Kunststoff, der mit einer Glasfaserstruktur verst\u00e4rkt\u00a0 ist.<\/p>\n<p>Der Bollerwagen sollte f\u00fcr acht Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren sein. Andreas Kramer berichtet von den praktischen Fragen, die sich den Studenten bei der Planung stellten: \u201cWie gro\u00df sind denn Kinder in diesem Alter eigentlich? Und wie schwer?\u201d Im Gespr\u00e4ch mit Erziehern und P\u00e4dagogen brachten diese ihre Ideen ein. Deshalb bekam der Wagen einen Verbandskasten.<\/p>\n<p><b>Wagen wiegt gut 40 Kilogramm<\/b><\/p>\n<p>Als die Entw\u00fcrfe standen, hat die Arbeit f\u00fcr das Team bei Mercedes\u00a0 begonnen. \u201d\u20ac\u017eWir haben das Fahrwerk mit dem Vierradkonzept entwickelt\u201d, sagt Hessling. Auf das Fahrwerk ist ein Patent angemeldet worden. \u201c\u20ac\u017eDas\u00a0 Besondere an dem Fahrwerk ist der kleine Wendekreis. Man kann den Bollerwagen sogar problemlos in der Stra\u00dfenbahn drehen. \u201cDie Abteilung Werkzeugbau bei Daimler hat zudem das Werkzeug zur Herstellung der Organoblech-Teile angefertigt. Die Sitze werden aus dem Organoblech\u00a0 umgeformt, wie Hoffmeister erkl\u00e4rt. Das bedeutet: Das Material wird erw\u00e4rmt und anschlie\u00dfend in die passende Form gepresst. Diese Arbeit hat die Bremer Firma Trecolan \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Der fertig montierte Wagen wiegt gerade einmal gut 40 Kilogramm und kann etwa 120 Kilogramm tragen. \u201dAber wir wollen das Gewicht noch weiter reduzieren\u201d, sagt Hoffmeister. Der Produktionstechnik-Student Patrick Nowakowski erforscht f\u00fcr seine\u00a0 Masterarbeit am Faserinstitut, wie die Radaufh\u00e4ngung des Wagens optimiert werden kann. Bislang besteht sie noch aus Metall, aber sie soll durch ein leichteres Material ersetzt werden. \u201dF\u00fcr uns ist das Projekt keine Spielerei\u201d, sagt Hoffmeister.\u00a0 \u201dIn dem Bollerwagen steckt viel Know-how.\u201d<\/p>\n<p>Drei Prototypen des Wagens sind mittlerweile fertig. In den Betriebskitas von Daimler in Bremen und Sindelfingen sowie der Kita von Airbus in Bremen werden sie im Langzeittest\u00a0 ausprobiert. \u201cDie Reaktion der Erzieher und Kinder war super. Die\u00a0 Kinderg\u00e4rten fragen schon, ob sie einen weiteren bekommen k\u00f6nnen\u201d, sagt\u00a0 Hessling. \u201dEs gibt kein vergleichbares Produkt, in dem so viel Hightech steckt\u201d, sagt Kramer.<\/p>\n<p>\u201dEs ist das Produkt des Martinshofes\u201d, sagt\u00a0 Hessling. \u201dDie Mitarbeiter des Martinshofs montieren und vertreiben den Wagen.\u201d Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Martinshofes, Ahlrich Weiberg, sagt: \u201dDer Wagen k\u00f6nnte weitere Besch\u00e4ftigung f\u00fcr unsere Fahrradwerkstatt\u00a0 bringen in den Zeiten, in denen die Auslastung dort nicht so hoch ist.\u201d<\/p>\n<p><b>Neue Kooperationen sind entstanden<\/b><\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes steht die Abnahme durch den T\u00dcV bevor.\u00a0Weiberg hofft, dass der Bollerwagen im Sp\u00e4therbst des kommenden Jahres in die serielle\u00a0 Produktion gehen kann. Wie viele Wagen der Martinshof gedenkt, verkaufen zu k\u00f6nnen, dar\u00fcber m\u00f6chte Weiberg lieber nicht spekulieren. Den voraussichtlichen Preis des Wagens will er ebenfalls noch nicht nennen. Nur so viel: \u201cEs wird sich im Rahmen der \u00fcblichen Marktpreise bewegen.\u201d\u00a0 Denn eine Anforderung an den Wagen sei auch gewesen, dass er nicht teuer wird, sagt Hoffmeister.<\/p>\n<p>Und welches Res\u00fcmee ziehen die Beteiligten aus der Kooperation? Mercedes-Benz habe viele Vorteile aus dem Kooperationsprojekt ziehen k\u00f6nnen, sagt Hessling. \u201cZum Beispiel sammeln wir Erfahrung in einer speziellen Anwendung des Leichtbaus.\u201d Im\u00a0 Nachgang ist eine weitere Kooperation zwischen Mercedes und dem\u00a0 Faserinstitut entstanden. \u201cWir erforschen, wie Kunststoffe und Metalle\u00a0 miteinander verbunden werden k\u00f6nnen\u201d, sagt Hoffmeister. Auch das Faserinstitut und die Kunsthochschule haben ein neues Projekt\u00a0 angeschoben.<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit hat nicht nur wirtschaftlich\u00a0 gesehen funktioniert. \u201cWir wurden inspiriert, anders zu denken\u201d, sagt\u00a0 Hoffmeister. \u201cUnd zwar, dass Technik und Design kein Widerspruch sind. \u201dKramer f\u00fcgt hinzu, dass der Wagen wunderbar zeige, dass die Mitarbeiter\u00a0 des Martinshofs die Kompetenz haben, auch hochinnovative Hightech-Produkte zu bauen.<\/p>\n<p>Link zum Artikel: <a href=\"http:\/\/www.weser-kurier.de\/startseite_artikel,-Leichtbau-fuer-die-Luetten-_arid,1520841.html\">http:\/\/www.weser-kurier.de\/startseite_artikel,-Leichtbau-fuer-die-Luetten-_arid,1520841.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2228547_1_sebo_58617ad3505fd_58617ad356a04.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-243 alignnone\" src=\"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2228547_1_sebo_58617ad3505fd_58617ad356a04.jpg\" alt=\"\" width=\"286\" height=\"191\" \/><\/a>Kompetenzteam in Sachen Bollerwagen (vli.): Christoph Hoffmeister (Faserinstitut), Christian Hessling (Daimler), Prof. Andreas Kramer (HfK), Ahlrich Weiberg (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Martinshof) (Christina Kuhaupt)<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-241 gallery-columns-3 gallery-size-medium'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mercedes-Benz-logo-2011-1920x1080.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"169\" src=\"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mercedes-Benz-logo-2011-1920x1080-300x169.png\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mercedes-Benz-logo-2011-1920x1080-300x169.png 300w, https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mercedes-Benz-logo-2011-1920x1080-768x432.png 768w, https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mercedes-Benz-logo-2011-1920x1080-1024x576.png 1024w, https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mercedes-Benz-logo-2011-1920x1080-973x547.png 973w, https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mercedes-Benz-logo-2011-1920x1080-508x286.png 508w, https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mercedes-Benz-logo-2011-1920x1080.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/logo-martinshof.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"100\" src=\"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/logo-martinshof-300x100.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/logo-martinshof-300x100.jpg 300w, https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/logo-martinshof-508x169.jpg 508w, https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/logo-martinshof.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Logo-Fibre.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"98\" height=\"69\" src=\"https:\/\/kramer-produkt-design.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Logo-Fibre.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Forschung zum Produkt (1) Weser Kurier 27.12.2016, von Carolin Henkenberens Bremer Wissenschaftler, Designer und Ingenieure haben einen Bollerwagen aus\u00a0 Hightech-Material entwickelt. 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